Prostatitis Therapie

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis, sowie der chronisch bakteriellen Prostatitis gelten Antibiotika als Therapie der ersten Wahl. Einige Quellen empfehlen zusätzlich manuelle Prostatamassagen. Ein Nachweis besserer Ergebnisse gegenüber einer reinen Antibiothikatherapie konnte bisher allerdings nicht erbracht werden.

Komplizierter gestaltet sich der Fall bei einer abakteriellen Prostatitis (chronisches Schmerzsyndrom des Beckens), die im übrigen die häufigste Form der Prostatitis darstellt. Bakterien als Erreger lassen sich bei dieser Form der Erkrankung nicht nachweisen. Eine antibiotische Therapie ist damit nach aktuellem Forschungsstand nutzlos. Vielmehr wird vermutet, dass psychisch bedingte, chronische Verspannungen der Muskulatur im Beckenbereich oder Fehlsteuerungen des Nervengewebes aufgrund zurückliegender traumatischer Ereignisse, zu einer Überreizung von Nervenzellen führen. Aus dieser Überreizung wiederum kann dann in der Folge eine Prostatitis entstehen.

Die Therapie einer solchen abakteriellen Prostatitis ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft leider stark eingeschränkt. Da kein Auslöser bekannt ist, ist eine ursächliche Therapie nicht möglich. Ziel der Therapie muß bei einer abakteriellen Prostatitis also in erster Linie sein, die Symptome zu lindern. Hierzu bieten sich verschiedene Therapien an. So haben sich Sitzbäder, entzündungshemmende Medikamente, Anticholinergika oder Alpha-Blocker, sowie in Akutphasen eine Therapie mit Schmerzmitteln als lindernd erwiesen. Dazu kommen experimentelle Therapien wie beispielsweise die Behandlung der Prostata mit Botox.  Zusätzlich können Mittel aus der Naturheilkunde und / oder Homöopathie die Therapie unterstützen. Insbesondere Beckenbodentraining (z.B. nach der Orgawellmethode) hat sich zur  Linderung der Beschwerden durchaus bewährt.

Schwierig ist in Zusammenhang mit einer abakteriellen Prostatitis auch die psychische Komponente. So entsteht im Verlauf einer abakteriellen Prostatitis häufig ein Teufelskreis, aus Sexualproblemen, Erwartungsängsten und Probleme mit dem Partner, bei dem sich Ursache und Wirkung gegenseitig bedingen. Psychotherapie, Entspannungstechniken (Autogenes Training, Yoga, etc. ), Biofeedback u.ä. können hier in vielen Fällen den Leidensdruck deutlich vermindern.